Cool bleiben, wenn es heiss ist: So schützt Du Dein Pferd vor Sommerhitze

Aktualisiert: 17. Juli 2019


Wir lieben den Sommer! Damit das auch für Dein Pferd so ist, solltest Du Deinen Liebling richtig vor der Sommerhitze schützen. Ähnlich wie für uns auch, kann die Sonne Deinem besten Freund gefährlich werden. Lies in diesem Blogbeitrag die wichtigsten Tipps, wie selbst die heissesten Tage cool ablaufen.

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Für uns Menschen ist es generell leichter, mit der Hitze umzugehen. Pferde vertragen sie längst nicht so gut wie Menschen, denn die Vierbeiner überhitzen bis zu 10x schneller als wir: Pferde haben einen grösseren Anteil an aktiven Muskeln. Wenn sie sich bewegen, erzeugen sie Wärme – die Pferde schwitzen. Vorsichtig solltest Du insbesondere an schwülwarmen Sommertagen sein - die sind besonders hart für unsere Pferde.

Was bedeutet das für die Arbeit?

Wichtig ist, dass der Reiter sein eigenes Hitzeempfinden nicht als Indikator hernimmt, ob das Wetter für ein Training noch akzeptabel ist oder nicht.

Aus diesen Gründen ist es generell es besser, die Pferde in den Morgenstunden oder abends zu arbeiten.

Wenn das Training nur am Mittag stattfinden kann, halt Dich an den Grundsatz "Gemütliches Alternativprogramm":

  • Reite im Wald aus, geh an den See oder arbeite Dein Pferd locker vorwärts abwärts in der Halle.

  • Auch Bodenarbeit ist eine Alternative.

  • Pass das Training an die Temperatur an: Arbeite mehr im Schritt, lege regelmässige Pausen ein und vermeide längere Galoppphasen.

  • Halte die Einheiten kürzer.


Pferdeschweiss und Elektrolyte


Ein Pferdekörper produziert in kaltem Wetter und harter Arbeit ca. 20 Liter Schweiss. Ist es heiß und schwül, sind es etwa 25-30 Liter. Etwa die Menge, die ein Pferd auch an einem anstrengenden Turnier verliert. Ein Distanzritt kostet das Pferd etwa 35 Liter.

Dabei verliert das Pferd auch viele Elektrolyte. Das hat Folgen: Es kann zu Störungen im Wasserhaushalt des Körpers und zu Veränderungen des pH-Wertes im Blut kommen. Insbesondere das Zusammenspiel der Nerven- oder Muskelzellen ist stark von Elektrolyten- und Wasserhaushalt abhängig.

Schon bei 5 bis 10 Litern Schweissverlust ist die Leistungsfähigkeit eines gesunden Pferdes bis zu 20 Prozent schlechter.

Mit dem Schweiss verliert Dein Pferd insbesondere auch Natrium - Salz.

Selbst, wenn Dein Pferd nicht geritten oder anderweitig gearbeitet wird, benötigt es mindestens 10 Gramm Natrium pro Tag. Das entspricht zwei gestrichenen Teelöffeln. Steigerst Du sein Arbeitspensum, dann steigert sich auch der Bedarf an Natrium bis auf vier gestrichene Teelöffel pro Tag (auf mehrere Mahlzeiten verteilt). An heissen, schwülen Tagen kann der Bedarf sogar noch höher liegen.Wenn das Pferd mehr als normal schwitzt, verliert es nicht nur Natrium, sondern auch andere Elektrolyte.

Elektrolyte inkl. Natrium sind die Mineralien, die die Blutmenge, Muskel und Nerven Funktion unter Kontrolle und den pH-Wert des Blutes im Niveau halten.

Die wichtigsten Elektrolyte sind Natrium und Chlorid. Andere Elektrolyte sind Kalium, Kalzium, Magnesium, Phospor, Zink, Eisen, Kupfer und Mangan. Bemerkst Du Muskelzittern und/oder -Krämpfe, solltest Du unbedingt eine Elektrolyt-Mischung hinzufüttern.


In dem Fall, solltest Du immer noch zusätzlich genügend Salz zur Verfügung stellen. Handelsübliche Elektrolyt-Mischungen enthalten oft nicht genügend Natrium, um den Bedarf eines Pferdes zu decken.

Ebenso solltest Du in solchen Fällen versuchen, Deinem Pferd Wasser anzubieten, da das Pferd bei hohem Elektrolyt-Mangel von sich aus nicht genug trinkt. Dies ist ein normaler Mechanismus, Trinken wird eingestellt, damit nicht noch mehr Flüssigkeit und somit noch mehr Elektrolyte über den Schweiss verloren gehen.

Pferde auf der Weide: Unterstand bereitstellen

Dein Pferd steht meist draussen? Das wichtigste ist genügend Schatten für die Tiere. Insbesondere wenn viele Tiere auf der Weide sind, musst Du daran denken, dass alle Schatten wollen, nicht nur die ranghöheren Tiere. Wenn das nicht sichergestellt ist, solltest Du Dein Pferd lieber im kühlen Stall lassen und erst nach Sonnenuntergang auf die Weide lassen.

Neben Schatten ist auch der Zugang zu genügend frischem Wasser wichtig. Pferde sollten immer trinken können, wenn sie wollen. Wenn ein Pferd normalerweise zwischen 20 und 40 Liter Wasser pro Tag trinkt, kann es bei Hitzewellen auch schon mal das doppelte sein.

Farbenbedingt: Eigenschaften und Warnsignale

Unterschiedliche Farben, unterschiedliche Reaktionen auf die Hitze: Helle Pferde können Sonnenbrand bekommen, gerade auf der weichen, wenig behaarten Nase. Trag Sonnenschutz auf, aber achte auf ein Produkt mit natürlichen Inhaltsstoffen.

Wenn das Tier wenig Schopfhaare hat, verstärkt das die Sonneneinstrahlung aufs Gehirn: Das Hirn schwillt möglicherweise an, was gravierende Folgen haben kann: Das Pferd fängt an zu Taumeln, liegt fest oder macht Zwangsbewegungen.

Generell überhitzen dunkle Rassen eher als helle, weil das dunkle Fell Sonnenstrahlung "anzieht." Dunkle Tiere gut beobachten!

Sofort handeln musst Du, wenn Du siehst, dass Dein Tier schnell und schwer atmet, im Stehen schwitzt und die Schleimhäute ganz trocken sind. Das Tier muss sofort raus aus der Sonne! Spritz die Beine des Tieres sanft mit lauwarmem Wasser ab und schau, dass sich der Kreislauf des Tieres beruhigt.


Vorsicht mit kaltem Wasser! Die überhitzten Muskeln erhalten einen Kälteschock und ziehen sich unkontrolliert zusammen und auch das Herz kann den plötzlichen Temperaturwechsel nicht immer einfach verkraften. Lieber leicht handwarmes Wasser verwenden und sich immer von den Beinen aus hocharbeiten.


Schutz vor nervigen Insekten im Sommer

Wenn Du Fliegenmittel nimmst, dann achte bitte auf den folgenden Punkt:

Die Inhaltsstoffe: Lies das Label. Viele Fliegenmittel enthalten gefährliche Inhaltsstoffe, die Dir und Deinem Pferd schaden können. Benutze natürliches Fliegenschutzmittel.

Wenn Du nicht auf Chemie zurückgreifen willst und Du gerade kein 100% natürliches Fliegenschutzmittel zur Hand hast, empfehlen wir Pferde mit Textilien schützen.

Mechanischer Schutz, beispielsweise Fliegendecken, Fransen oder Hauben wirken am zuverlässigsten und belasten das Pferd und seine Leber nicht noch zusätzlich, wie es chemische Mittel tun würden.

Fazit: Damit euer gemeinsamer Sommer lang und schön wird, achte auf die Signale deines Pferdes und beobachte Dich selbst. Wie fühlst Du Dich: Keine Lust auf Training? Dann entscheide Dich lieber für ein lockeres Alternativprogramm. Schütze das Pferd auch vor Insekten. Wir empfehlen Textilien und natürliche Fliegenschutzmittel.


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