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Wenn Pferde Erde fressen - ist das normal?


Pferd Erde fressen
© emotionalphoto/stock.adobe.com

Wenn du dein Pferd dabei beobachtest, wie es Erde frisst, schleckt oder leckt, dann ist das normalerweise kein Grund zur Beunruhigung. Denn Erde fressen oder lecken ist in den Instinkten deines Pferdes verankert - und sie machen es aus gutem Grund. Warum genau dein Pferd nun Erde leckt, das erfährst du in diesem Blogartikel.


Ausserdem erkläre ich dir, wie du Toxinbinder einsetzen kannst, wenn dein Pferd in seiner aktuellen Haltung keine Möglichkeit hat, Erde zu fressen, wenn es es gerade braucht. Ich erkläre dir auch, wie Toxinbinder dein Pferd unterstützten können, gesund zu bleiben.

 

Hilfe, mein Pferd frisst Erde!


Es ist Anfang Juni und das Gras auf den Weiden ist noch frisch und saftig. In der Abenddämmerung um ca. 20 Uhr hole ich die Pferde von der neuen frischen Weide rein, so dass sie über Nacht noch die vorherige Weide abknabbern können.

Kaum drei Schritte aus der Weide raus, beobachte ich meine Stute Salomé, wie sie an einer ganz bestimmten Stelle auf einmal ein grosses Gras-bewachsenes Stück Erde heraus beisst, es wieder aus dem Maul fallen lässt und dann mehrere Minuten lang an der offenen Erdstelle schleckt. Die Shetty Stute steht abwartend dahinter und als Salomé fertig ist, ist sie mit Erde schlecken dran.

Nach und nach gesellen sich weitere Pferde dazu und jeder darf mal an die Erdstelle zum schlecken dran. Und ich hab natürlich mein Handy nicht dabei, um diese tolle Beobachtung für Dich einzufangen.....


Wenn Pferde Erde fressen


Erde fressen nennt man wissenschaftlich Geophagie - aus dem Griechischen Geo = Erde und Phagos = Fresser. Dies ist nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren weitgehend dokumentiert und studiert, auch wenn man sich bis heute nicht ganz sicher ist, was die genauen Effekte auf den Körper sind. Einige Effekte sind studiert und dokumentiert, andere sind nur Vermutungen.

Was ich in meinen Recherchen in Studien zum Thema Pferd heraus gefunden habe, ist dass der Gehalt der gefressenen Erden von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich ist und dass z. B. erhöhter Salzgehalt oder erhöhter Zinkgehalt der Erde von den Pferden gesucht wird oder dass die Erde aufgrund ihrer neutralisierenden und entgiftenden Wirkung für den Verdauungstrakt ausgesucht wird.

Leckstelle Pferd Erde fressen
Auf der Suche nach tieferen Erdschichten © Nicole Anhalt

Leckstellen in meinem Stall


In der Regel wird nicht der bewachsene Mutterboden gefressen, da er viele Bakterien enthält. Stattdessen graben Tiere tiefer, um gezielt die tieferen tonhaltigen Schichten aufzunehmen. Je feiner die Erde, desto mehr können Giftstoffe und Krankheitserreger im Verdauungstrakt absorbiert werden. Wie das genau geht, beschreibe ich weiter unten «Wie Toxinbinder in die Pferdefütterung passen»


Pferde Pferdefütterung Erde fressen Leckstellen
Leckstellen im Stall © Nicole Anhalt

Die unteren Bilder von nebeneinander liegenden Leckstellen im Stall aus dem Juni, wo das Gras noch besonders frisch und reichhaltig war. Diese werden mittlerweile nicht mehr genutzt.

Die oberen zwei Bilder sind von Anfang Juli auf einer anderen Weide - auch nebeneinander liegend. Dort war das nachwachsende Gras auch wieder ziemlich frisch, während das überständige Gras natürlich sehr trocken war.


Wir haben auch noch ein paar Leckstellen unter unserem Lindenbaum. Die waren so im April/Mai gut besucht und jetzt im Herbst wieder - vor allem werden dort auch gerne die Lindenblätter noch mit gefressen. Ich könnte jetzt die Erde analysieren lassen. Das wäre bestimmt spannend. Erstmal verlasse ich mich jedoch darauf, dass die Instinkte unserer Pferde intakt sind und dass es einen triftigen Grund gibt, warum sie genau an diesen Stellen die Erde lecken.

Fazit: Erde fressen bzw. lecken ist in kleinen Menge normal!

Wenn Dein Pferd jedoch übermässig Erde frisst, so dass es Dir nicht mehr normal vorkommt, kann das auf eine Disbalance in der Mineralfütterung hinweisen oder auch auf ein Problem im Verdauungstrakt.


Wie Toxinbinder in die Pferdefütterung passen


Nicht jedes Pferd hat in unserer Haltung die Möglichkeit Erde zu lecken, wenn es es gerade braucht. Oder der Körper ist aufgrund von Krankheit, Operation oder auch Gaben von Wurmkur oder Sedation mehr oder weniger aus dem Gleichgewicht. Oder die Qualität des Heus ist mal gerade nicht so gut und mit Schimmelpilzen belastet. (Übrigens gibt es kein Heu das gar nicht belastet ist. Eine gewisse Menge an sogenannten Mykotoxinen kann der Pferdekörper selber ausscheiden.)

Genau hier passen Toxinbinder in die Pferdefütterung.

Es gibt unterschiedliche Zutaten in Toxinbindern, die den Pferdekörper unterstützen, Giftstoffe zu absorbieren und über den Kot auszuscheiden. Hier ein paar Beispiele:

Die bekanntesten sind Klinoptolith/Zeolit und Montmorillonit/Betonit - also einfach pulverfeine Gesteins- oder Mineralerden.

Die sind ganz vielen Futtermitteln schon automatisch zugesetzt. Und Du findest sie unter den technologischen Zusatzstoffen. Über Ionenaustausch werden die Giftstoffe/Toxine/Pathogene an die feinen Partikel gebunden, immobilisiert und über den Kot ausgeschieden. Nützliche Sachen wie z. B. Nährstoffe werden nicht oder sehr gering an diese Mineralerden gebunden und auch wieder an den Körper zurückgegeben.

Hefezellwände (die mit Bierhefe nichts mehr zu tun haben und daher auch für Pferde geeignet sind, die Bierhefe nicht vertragen) adsorbieren insbesondere Mykotoxine (also Schimmelpilz) und pathogene Bakterien und liefern gleichzeitig Nährstoffe für die nützlichen Bakterien im Darm.

Der Wirkmechanismus von Hefezellwänden als Mykotoxinbinder ist in vielen Studien nachgewiesen worden.

Torf wurde früher schon erfolgreich als Futtermittel eingesetzt, da er zahlreiche Huminsäuren, viele Mineralstoffe und Spurenelemente enthält und somit hervorragend zur Regulierung der Darmflora geeignet ist. Ebenso nimmt man an, dass die enthaltenen Huminsäuren Fehlgärungsprozessen entgegen wirken können.

Torf bindet Schadstoffe im Darm und besetzt gleichzeitig die Stellen im Darm, wo normalerweise Schadstoffe andocken würden.

Und wie kannst Du es jetzt füttern?


Grundsätzlich kann man einen Toxinbinder mit natürlichem Mineralfutter und Kräutern zusammen füttern. Wenn Du ihn gezielt nach einer Wurmkur, Medikament oder Sedation einsetzt, dann solltest Du mindest 6 Stunden Abstand halten, bevor Du ihn gibst. Oder am besten erst grad am Tag danach. Achtung: gibst Du Deinem Pferd gerade Antibiotika, dann darfst Du keinen Toxinbinder gleichzeitig geben!! Erst nach Beenden der Kur darfst Du Dein Pferd dann mit einem Toxinbinder unterstützen.

Meine persönliche Meinung: da Pferde diese Zutaten, wenn einzeln angeboten, auch nicht ständig, sondern nur in bestimmten Fällen zu sich nehmen würden, würde ich selber es nur kurweise z. B. nach einer Wurmkur, Sedation oder falls mal das Heu mal nicht so wahnsinnig toll ist, geben.

Erfahrungsberichte und Studien zeigen jedoch, dass Toxinbinder bei «Entgiftungskuren», Hufrehe oder auch beim Anweiden positiv zur Gesundheit der Pferde beigetragen haben.

Wenn Du noch nicht natürlich fütterst und konventionelle Müslis etc. fütterst, dann solltest Du Dir bewusst sein, dass viele dieser Mischfutter bereits Klinoptolith enthalten.

Eine Auswahl an Produkten findest Du hier:

Enthält Trockenmoor


Enthält Futterkohle und Bentonit


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